Informationen zur pflanzlichen Darmausleitungstherapie 1

 

 

Bad Meinberger Praxisgemeinschaft für Allgemeinmedizin  

Homöopathie und Naturheilkunde 

Renate Schmidt Krause 

Karl-Heinz Schroeder 

Katrin Wellmann Schroeder   

Brunnenstrasse 12 

32805 Horn-Bad Meinberg 

05234 - 98044 

  

Eine pflanzliche Darmausleitungstherapie 

  

Der Magen-Darmtrakt ein Herd? 

  

In der Medizin wird der Begriff Herd gebraucht, wenn man eine ständige, schleichende Entzündung im Körper hat. 

  

Definiert man dies so, dann ist der Darm oftmals ein solcher Herd, der dem Körper viel unnötige Arbeit abverlangt.  

Auf der anderen Seite wird der Darm auch durch andere Herde im Körper in Mitleidenschaft gezogen. So können etwa Herde aus dem Kopfbereich wie ein toter entzündeter Zahn über Giftstoffe, aber auch über die Beeinflussung von unwillkürlichen Nerven auf den Darm wirken. 

  

Der Darm ist durch seine große Schleimhautoberfläche mit Außenkontakt in der Größenordnung eines Fußballfeldes natürlich wie geschaffen für schleichend langsame Vergiftungen. Genauso aber wirkt auch eine Ausleitung und Entgiftung tief greifend auf die Gesundung des ganzen Körpers.  

Durch Behandlung und Entschlackung des Darmes ändert sich für uns sehr viel an der täglichen Belastungslast durch Giftstoffe. 

  

Warum eine pflanzliche Ausleitungstherapie? 

Es gibt viele Ausleitungstherapien für den Magen- und Darmtrakt. Die einfachste Darmausleitung wäre ein Fasten nach Buchinger. Doch viele Menschen sind so gestört von Seiten des Darmes, dass ein Fasten bei ihnen eher zu vermehrten Beschwerden führt. Auch ziehen viele Menschen eine Auslassdiät einem Fasten vor, da es einfacher mit dem Alltag zu vereinbaren ist. 

Schon der griechische Arzt Hippokrates 460 – 377 v. Chr. schrieb: 

  

„Eure Lebensmittel seien eure Heilmittel“ 

  

So will auch ich Ihnen auf den nächsten Seiten eine Darmausleitung vorstellen, die auf Nahrungsmitteln und überwiegend heimischen Pflanzen beruht. Das Motto unserer Praxis bei unseren Therapien ist mit möglichst einfachen Heilmitteln eine Umstimmung zu erzielen. So auch bei dieser Heidelbeerkur. 

  

Darmreinigungskur in 3 Schritten: 

  

1. Reduktion pathogener Keime 

Heidelbeerkur            für 10 Tage 

Obstessig                für 6 Wochen 

Schafgarbentee             für6 Wochen 

Nahrungsumstellung mit viel Gemüse, kein Gluten und keine Milchprodukte. 

  

2.Konsolidierung eines physiologischen Darmmilieus über 4 -6 Wochen 

Karminativa, z.B.Kümmel und Fenchel  

Indischer Flohsamen, Plantago ovata 

Kamille, Matricaria cham. 

Melisse, Fol. Melissae off. 

  

3.Wiederansiedlung von physiologischen Bakterienkulturen über einen Zeitraum von 2-3 Monaten 

  

  

  

1. Schritt - Die Reduktion der Keime: 

  

a. die Heidelbeerkur für 10 Tage 

  

Am Anfang geht es mir um die Reduktion von Keimen, besonders den Fäulniskeimen, ohne eine übermäßige Reizung der Darmschleimhaut zu riskieren. Dazu hat sich in unserer Praxis ein pflanzliches Mittel sehr bewährt, dass jeder als Obst kennt, kaum jemand jedoch seine Heilwirkung zu schätzen weiß. Es ist die: 

  

Heidelbeere    Vaccinium myrtillus 

  

Die Heidelbeere wächst überall in Deutschland auf Mooren und in Heide- und Waldlandschaften. 

Dr. med. Quaiser, Chefarzt einer Kinderklinik, untersuchte sie schon 1954 bei kleinen Kindern mit Gedeihstörungen und chronischem Durchfall. Er zeigte, dass eine Heidelbeerdiät deutliche Vorteile gegenüber den bekannteren Möhren- und Apfeldiäten hatte. Dabei muss man beachten, dass sie frisch eingenommen eher Durchfall auslöst! 

  

Bei der getrockneten Heidelbeere als Tee oder Pulver wirken 

      Gerbstoffe  zusammenziehend, 

      Farbstoffe desinfizierend gegen Pilze, Viren und Bakterien, 

      Darüber hinaus wirkt die Heidelbeere als Antioxidans. Sie hat eine der höchsten antioxidativen Kapazitäten unter allen pflanzlichen Stoffen. So wirken 20 Gramm getrocknete Heidelbeeren deutlich stärker antioxidativ als 1000 mg Vitamin C. Durch die bessere Aufnahme der Heidelbeeren über den Darm, im Vergleich zum Vitamin C, gelangen vor allem auch deutlich mehr Antioxidantien in das Blut als durch das solo gegebene Vitamin C. 

  

Warum stärken Antioxidantien die Abwehrkraft? 

Antioxidantien sind verschiedene Stoffe, die vor freien Radikalen schützen. Woher kommen nun die freien Radikalen? Nun, bei der Verbrennung von Nahrung mit der Hilfe von Sauerstoff im Körper entstehen sie als Abfallprodukte. Diese freien Radikale sind sehr reaktionsfreudige Substanzen, die der Körper zum Teil zur Abwehr selber braucht. Aber er muss sich sehr vor diesen kleinen Feuerteufeln in Acht nehmen, dass sie ihn nicht selbst schädigen. Und hier beginnt die Rolle der Antioxidantien. Diese helfen, dass freie Radikale in unschädliche Substanzen umgewandelt werden. Deshalb helfen Antioxidantien auch die Gesundheit zu erhalten. 

  

Auch auf die Gedärme wirkt die Heidelbeere stark antioxidativ. Dies erklärt vielleicht die überraschend gute Wirkung auf eine stark gestörte und fehlbesiedelte Darmflora.  

Darüber hinaus wird sie vor allem von Fäulnisbakterien und Pilzen nicht gut vertragen. Diese werden also in ihrer Menge stark reduziert. 

  

Als 1.Darmdesinfiziens rate ich Ihnen, liebe Patienten, also zur Heidelbeere bei Fehlbesiedlungen des Darmes mit Bakterien und Pilzen.  

  

Für die ersten 10 Tage der Kur dürfen Sie soviel getrocknete Heidelbeeren zu sich nehmen wie sie möchten, mindestens aber 100 Gramm pro Tag. 

Sie bekommen die getrockneten Heidelbeeren in Apotheken und Reformhäusern. Der Preis liegt ungefähr bei 7 Euro für 100 Gramm (Stand 2010).  

  

Zubereitung der getrockneten Heidelbeere: 

Im getrockneten Zustand kann man sie gut kauen. Auch über Nacht eingeweicht kann man sie morgens mit dem Einweichwasser zusammen in einem Müsli einnehmen. Das Müsli sollte aber in der ersten Woche ohne Milchprodukte und ohne glutenhaltige Getreide genossen, also mit Hirse oder Reis zubereitet werden. 

  

Die Heidelbeere kann jedoch auch pulverisiert genossen werden. Hierdurch wird die Aufnahmefähigkeit durch den Körper verbessert. Das Pulver legt sich in die Darmzotten und wird viel besser verteilt. Leider sind getrocknete Heidelbeeren schwer zu mahlen, da sie in diesem Zustand zäh sind. Durch ein spezielles Verfahren ist es der St.Rochus-Apotheke Steinheim gelungen, ein gutes Pulver herzustellen. Von diesem brauchen sie nur 25 Gramm pro Tag einnehmen, da die Verteilung besser ist und auch der Extrakt höherwertig ist. Zu beziehen ist es über www.medikashop.de zum Preis von 29,-€ für 250 Gramm. Dies reicht für eine Darmkur aus. 

  

Frische wilde Heidelbeeren können sie auch verwenden, doch ist ihre Kraft zur Antioxidation rund 10-mal schwächer ausgeprägt als in der getrockneten Form. Die größeren Zuchtheidelbeeren sind noch einmal deutlich schwächer in der Wirkung als ihre wildwachsenden Schwestern. 

  

Neben der Wirkung auf den Darm hat die Heidelbeere noch viele weitere Wirkungen aufzuweisen. Dazu muss man sie aber zum Teil über längere Zeit hochdosiert weiternehmen. Dazu werde ich noch eine gesonderte Schrift erstellen. Hier nur soviel: 

  

      Sie wirkt bei vielen Mund- und Rachenentzündungen 

      Soor durch Pilze bei Kleinkindern wird gut beeinflusst 

      Antioxidantien wie die Heidelbeere scheinen auf die Gefäße einen tiefgreifend heilenden Effekt zu haben. Gefäßleiden, wie etwa die Makuladegeneration am Auge, Demenzerkrankungen durch Gefäßverengung im Kapillarbereich scheinen durch die Heidelbeere günstig beeinflusst werden. 

  

Da die Heidelbeere kein Medikament ist, gibt es nur wenig Forschung zu diesem Thema 

  

  

 b. Obstessigkur für 6Wochen 

  

Begleitend zu den Heidelbeeren kommt für 6 Wochen der Genuss von Obstessig, z.B. ein Apfelessig mit 5% Säure.  

Hierbei sollte man sich einen guten Obstessig gönnen und kann auch mit der Sorte abwechseln, je nach Geschmack. 

  

 2 x am Tag einen guten Esslöffel Essig auf ein Glas Wasser verdünnt trinken.  

  

Obstessig mindert die Fähigkeit der Hefepilze, sich mit ihren Würzelchen an der Darmwand festzuhalten. So werden die Pilznester einfach aus dem Darm herausgeschwemmt. 

  

c. Schafgarbentee 

  

Die Schafgarbe hat keine spezifische Wirkung gegen Darmkeime. Sie unterstützt aber durch Beeinflussung von Leber, Galle und Magen die Ausleitung. Sie fördert das Fließen der Säfte! 

  

Die Schafgarbe hat folgende Wirkungen: 

  • Ähnlich wie die Kamille wirkt sie entzündungshemmend durch ihre ätherischen Öle. 
  • In der Hauptsache ist sie ein Bittermittel zur Anregung der Magentätigkeit. Der ganze Darmtrakt wird durch ein Bittermittel aufgeweckt. 
  • Sie besitzt aber auch gute krampflösende Eigenschaften im Darmbereich. 

  

Zubereitung: 

Rp.            Millefolia herba et flos (Schafgarbentee in der Apothekersprache) 

D.S. 1 guter Teelöffel pro Tasse heißes Wasser, 

5 – 10 Minuten ziehen lassen. 3 – 4 x täglich 1Tasse genießen. 

  

Dies kann ergänzt werden durch einen feuchtwarmen Leberwickel nach der Hauptmahlzeit und zur Nacht. Hierzu legt man unter eine Wärmeflasche einen feuchten Waschlappen oder Gästehandtuch und bedeckt das ganze mit einem großen Badetuch. Ruhen für 30 Minuten. 

  

d. Ernährung während der Darmausleitung 

  

Während der ersten 10 Tage zur Reduktion der Darmkeime empfehle ich eine recht strenge Diät: Keine glutenhaltigen Nahrungsmittel wie Weizen, Hafer, Gerste und Roggen. Keine Milchprodukte, kein Zucker, wenig fette Nahrungsmittel. 

Ihr Darm soll sich erholen, er soll möglichst nicht durch nicht vertragene Nahrungsmittel belastet werden. Es soll eine Ausleitung der unerwünschten Stoffe aus dem Darm stattfinden. 

Ganz einschlafen soll er aber nicht: Deshalb gerne viel Rohkost so sie vertragen wird. Die Ballaststoffe in der Rohkost bewirken, dass der Darm von innen geputzt wird. Außer den Blaubeeren gerne auch viel gedünstetes Gemüse, dass gerne gut gewürzt sein darf, vor allem mit Chili, Knoblauch und Gelbwurz (Curry). Das gedünstete Gemüse hat den Vorteil, dass es in aller Regel besser vertragen wird als die Rohkost. 

Für das Aufschließen der Rohkost in verwertbare Bestandteile braucht ihr Darm Kraft. Es braucht einen einigermaßen gesunden Darm, um eine ausschließliche Rohkostdiät gut zu vertragen. Deshalb empfehle ich gerne viel Rohkost, aber nicht ausschließlich, denn wir wollen den Darm Zeit für die Erholung geben und ihn nicht gleich erneut überfordern. 

  

Vor allem sollten sie Lebensmittel die sie nicht vertragen streng weglassen. 

  

Für alle, wo dies nicht so sicher ist, was sie vertragen und was nicht, empfehle ich die verdächtigen Nahrungsmittel zu meiden. Wir wollen Nahrung unserem Darm geben, die wie ein Heilmittel wirken soll, nicht wie Klotz am Bein.

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